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30.05.2018, 14:38 Uhr
Immer noch Stillstand am Haus Leithe
Immer schleichender geht die Vermarktung des, von einem privaten Investor gekauften, historischen Haus Leithe vor sich. Im Internet muss man schon etwas länger suchen, bis man auf Vermarktungsbemühungen trifft. So stellt sich die Frage, ob der Investor überhaupt noch Interesse an diesem Projekt hat. Die Folgen für das älteste Profangebäude in Gelsenkirchen sind entsprechend. Die Bausubstanz wird nur notdürftig erhalten.

Die Frage, wann etwas passiert, stellt Frank-Norbert Oehlert, Stadtverordneter und Vorsitzender der CDU-Altstadt, seit Jahren. Gelsenkirchen verfüge über nur wenige weltliche Baudenkmäler aus der vorindustriellen Zeit. Neben der Wasserburg Lüttinghof, den Schlössern Berge und Horst, ist Haus Leithe in der Neustadt eines der weniger Relikte aus der Zeit vor Kohle und Stahl. Das Gebäudeensemble, dessen Herrenhaus aus dem Jahr 1565 stammt und im Jahr 1753 um das mächtige Torhaus mit Turm ergänzt wurde, sei das älteste profane Gebäude im Stadtsüden. Erste urkundliche Erwähnung eines Vorgängerbaus erfolgte bereit 947. Daher sei ein sensibler Umgang mit der Bausubstanz und dem Gebäudeensemble angeraten.

Nach dem Verkauf des Gebäudes passiert nichts mehr. Der Zustand des historischen Gebäudeensembles sei erbarmungswürdig. Ob der Verkauf eine wirklich so gute Idee gewesen sei ist zu bezweifeln. Seit der Aufgabe des Standortes Junkerweg durch Gelsendienste sieht der CDU-Stadtverordnete weitere Entwicklungsmöglichkeiten, bei der Haus Leithe z.B. als Raum für gemeinschaftliches Leben, sei es in Form einer Kindertagesstätte, Seniorentagesstätte oder wie bereits vor einige Zeit vorgeschlagen als Heimatmuseum etc. mit neuem Leben gefüllt werden könnte. Während Haus Lüttinghof im Besitz des LWL sei, fragt Oehlert warum die Stadt, die 1914 in den Besitz des Gebäudes kam, dieses stadtgeschichtlich wichtige Objekt nicht auch an den LWL hätte abgeben können. „Auch wenn der Vertrag wohl keine Rückkaufklausel enthält, sollte die Verwaltung prüfen, ob Haus Leithe nicht doch als Ganzes durch die öffentliche Hand oder eine öffentliche Gesellschaft gekauft werden könnte“, regt Oehlert abschließend an.

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